Glas- und Porzellanmaler/-innen

© Christine Graf, Julia Obermaier

Schwerpunkt

Glas- und Porzellanmaler/-innen fertigen Glasbilder und gestalten großflächige Glasfenster für historische und zeitgenössische Gebäude. Neben der Bemalung von kleineren Glas- und Porzellangefäßen werden auch freie Glasinstallationen entworfen und ausgeführt.

 


Glas lässt sich vom Licht durchdringen und gibt ihm seine Farbe. Der Zauber, der entsteht, wenn die Sonne durch ein farbiges Glasfenster fällt, zieht uns heute noch in seinen Bann wie schon die Menschen in mittelalterlichen Kathedralen. Wie diese überbordend farbigen Kirchenfenster so sind auch zeitgenössische gestaltete Architekturverglasungen die Werke von Glasmaler/-innen. Mit durchscheinenden, farbigen Gläsern schaffen sie Licht- und Farbkompositionen, die in ihrer Schwerelosigkeit einen Raum prägen. Sei dieser Raum nun groß wie eine Kirche oder klein wie ein Trinkglas!

Voraussetzungen

Voraussetzungen für angehende Glas- und Porzellanmaler/-innen sind vor allem Kreativität, gute zeichnerische und malerische Fähigkeiten, ein gutes Farbgefühl, Freude am überlegten, präzisen Arbeiten und handwerkliches Geschick. Ausdauernde und konzentrierte Arbeitsweise sind Bedingung für diesen Ausbildungsberuf.

Ausbildungsinhalte

In den drei Jahren der Ausbildungszeit werden zum einen traditionelle Handwerkstechniken wie das Schneiden von Glas, das Gestalten von detailreichen und aufwändigen Formen für verbleite Glasmalereien und das Auftragen von Schmelzfarben zum Modellieren von Licht und Schatten in der Fläche vermittelt. Zum anderen lernen die Auszubildenden zeitgenössische Techniken wie den Schmelzfarbauftrag mittels Airbrush oder Siebdruck. Das Verformen und Verschmelzen von Flachglas, das Setzen von Mosaiken, das Ätzen und Sandstrahlen bieten weitere Möglichkeiten zur Gestaltung von Flächen und Objekten.

Die Technik der Porzellanmalerei vermittelt ein fundiertes Verständnis von Malerei und bildet eine weitere wichtige Säule der Ausbildung.

Mit dem Erlernen der Techniken und deren Kombinationsmöglichkeiten wächst in drei Jahren ein sehr breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei bewegen sich die herausfordernden Aufgabenbereiche immer zwischen dem Kopieren von historischen Bildprogrammen, den Umsetzungen von Vorlagen von Künstler/-innen und dem Erarbeiten von eigenen Gestaltungskonzeptionen, beispielsweise für Fassadenpartien zeitgenössischer Gebäude.

Während der Ausbildung besteht auch die Möglichkeit, die Berufsschule Plus zu besuchen und parallel zur Ausbildung die Fachhochschulreife zu erreichen.

© Daniel Mayer

Perspektiven

Absolvent/-innen können sich selbstständig machen oder in entsprechenden Handwerksbetrieben arbeiten. Sie haben auch die Möglichkeit, die Meisterschule zu besuchen, oder mit (Fach-) Hochschulreife ein weiterführendes Studium im Bereich Kunst, Design oder Restaurierung aufzunehmen. In jedem Falle werden die breit gefächerten Ausbildungsinhalte mit einem künstlerisch-gestalterischen Schwerpunkt ein gutes Rüstzeug für jede der genannten Möglichkeiten darstellen.